Patronat: Nürnberg; des Viehs; gegen Kälte
wird als Helfer in vielen Anliegen angerufen
Von Sebaldus weiß man noch nicht einmal, ob er im 8. oder im 11. Jahrhundert lebte, auch nicht, ob er wie Willibald und Wunibald ein Angelsachse, Schotte oder Franke war oder sogar aus Dänemark oder vom Balkan kam. Jedenfalls missionierte er in der Nürnberger Gegend, lebte dort als Einsiedler und wurde nach seinem Tod vor 1070 in der damaligen Peterskirche in Nürnberg bestattet, woraufhin bald seine Verehrung einsetzte. Über seinem Grab wurde 1361 bis 1372 die nach ihm benannte Kirche errichtet. Die Heiligsprechung erfolgte am 26. März 1424 durch Papst Martin V.
Wie sehr die katholischen Nürnberger (vor der Reformation) ihren großen Heiligen verehrt haben, zeigt das Sebaldusgrab, dessen Kosten 78.645 Dukaten betragen haben sollen. Der Erzgießer Peter Vischer arbeitete mit seinen fünf Söhnen 13 Jahre (ab 1508) an dem mit Silberblech beschlagenen Sarkophag, der Szenen aus Sebaldus’ Leben darstellt.
Viele Legenden ranken sich um seine Person: Auf der Rückreise von einer Wallfahrt nach Rom hielt er bei Vicenza eine Predigt. Ein Ketzer, der durch Zwischenrufe störte, versank in einer sich plötzlich öffnenden Erdspalte, doch der Heilige rettete ihn. Als Sebaldus einmal großen Hunger litt, verkaufte ihm auf dem Nürnberger Markt ein Mann einen Fisch, obwohl dies von der Obrigkeit, die sich die erste Auswahl vorbehielt, untersagt worden war. Man blendete den Fischer, doch Sebaldus machte ihn wieder sehend. Als Sebaldus gestorben war, spannten sich die Zugochsen allein vor den Wagen, der seinen Leichnam nach Nürnberg bringen sollte.
Darstellung: als Einsiedler oder Pilger
Attribute: abgelegte Krone (Symbol für seine eventuell fürstliche Abstammung), Pilgerstab und -tasche, Jakobsmuschel am Hut (Pilgerzeichen), Rosenkranz, Kirchenmodell (von St. Sebald in Nürnberg), Aschenkuchen (Brotwunder) und Ochsen

Quelle: Herder-Verlag




