St. Peter und Paul
Die Singener Pfarrei war im Mittelalter und der Frühen Neuzeit vor allem durch das Kloster Reichenau und die Konstanzer Fürstbischöfe dominiert gewesen, welche auch die Hauptzehntherren und die größten Lehensherren im bescheidenen Dorf Singen darstellten. Neben der Pfarrkirche gehörten ein stattliches Pfarrhaus, ein Kaplaneihaus (später Eisen-Fischer, 1957 abgebrochen), der Kelhof und eine Zehntscheuer zu den kirchlichen Hauptbesitzungen. Das Pfarrhaus war im Dreißigjährigen Krieg abgebrannt gewesen und wurde schließlich zwischen 1738 und 1742 durch einen stattlichen Pfarrhof ersetzt, der bis zum Bau des Oberen Schlosses 1809 das wohl stattlichste Profangebäude im Dorf darstellte und am 1. Mai 1800 als Versammlungsort für die Kapitulationsverhandlungen der Festung Hohentwiel diente. Das Pfarrhaus, in dessen südlichem Gebäudeteil bis zum Beginn des vergangenen Jahrhunderts Stallungen und Scheune untergebracht waren, stellt eines der wenigen erhaltenen Gebäude aus regionalem Naturstein und Fachwerk aus der Zeit des Barock dar.
1779: Beschluss zum Neubau der Kirche St.Peter und Paul am 30. August 1779 durch Singener Zehntherren
1779-1781: Errichtung der neuen Pfarrkirche St.Peter und Paul unter Baudirektor Josef Ferdinand Bickel
1781: Feierliche Einweihung am 14. Oktober 1781
1880/81: Neugestaltung des Kircheninnenraumes
1910: Bau der Orgel durch Firma Schwarz
1925-1928: umfangreiche Renovierung im Innen- und Außenbereich der Kirche
1953-1956: Anbau des großen Chorraumes und linken Seitenschiffes
1961: Erweiterung der Orgel
1976: Umgestaltung des Gottesdienstraumes nach den Richtlinien des 2. Vatikanischen Konzils
1980: neuer Außenanstrich der Kirche sowie Kupferverkleidung des Turmhelms.
1999/2000: Innen-Renovation (Kirchenbänke, Boden, Ensemble von Altar, Ambo, Taufstein und Chorwand)
2019-2020: Orgelrenovation mit Einweihung am 1.November 2020
Die zwölf für Peter und Paul in Singen baupflichtigen Zehntherren fassten nach langen Verhandlungen am 30. August 1779 den Beschluss, die alte, zu kleine und baufällige Kirche durch einen Neubau zu ersetzen. Noch im Herbst desselben Jahres begann der Fürstbischöflich-Konstanzische Baudirektor Josef Ferdinand Bickel mit der Errichtung einer neuen Pfarrkirche. Im Jahr 1781 war das Werk vollendet. Am 14. Oktober 1781 wurde das neue Gotteshaus eingeweiht.
Die schon seit 1838 vorangetriebene Vergrößerung der Kirche kam mehr als hundert Jahre lang nicht zustande. So blieb die damalige Singener Dorfkirche, abgesehen von einigen Reparaturen und Renovierungen, bis zum Jahr 1887 äußerlich nahezu unverändert. Dann wurde anstelle der durch ein Unwetter beschädigten bescheidenen Turmlaterne der bis heute erhaltene spitze neugotische Turmhelm errichtet. Im Innern hatte man das Gotteshaus schon 1880/81 neu gestaltet.
Die nächsten umfangreichen Erneuerungen im Inneren und Äußeren der Peter-und Paulskirche fallen in die Jahre 1925-28.
25 Jahre später nahm man die schon 1838 projektierte Erweiterung der Kirche in Angriff. Nach Plänen des Erzbischöflichen Bauamtes Konstanz wurde das zu klein gewordene, vom Stil des Klassizismus geprägte Gotteshaus, durch den Anbau eines großen modernen Chorraumes und eines linken Seitenschiffes zwischen 1953 und 1956 stark verändert. Hingewiesen sei noch auf die Erweiterung der 1910 von der Firma Schwarz errichteten Orgel 1961 (historischer Rückbau 2017-2020) und auf die Anschaffung neuer Glocken.
Im Jahr 1976 wurde der Gottesdienstraum nach den Richtlinien des 2. Vatikanischen Konzils umgestaltet. Die beiden Mittelpunkte des 1953 veränderten Chores, Altar und Kreuz, rückten näher an die betende und feiernde Gemeinde. Der neue Altar wurde aus dem Steinmaterial des alten Hochaltars geschaffen.
Die von innen heraus neu gewordene Pfarrkirche St. Peter und Paul erhielt schließlich im Jahr 1980 auch ein dazu passendes äußeres Gewand: eine frische und helle Bemalung und eine Kupferverkleidung des Turmhelms.
22 Jahre nach der letzten Umgestaltung des Kircheninnern stand eine neue Kirchenrenovation an, die dem Innenraum der Pfarrkirche wiederum ein völlig neues Gesicht gegeben hat. Diese Renovation fand in den Jahren 1999 und 2000 statt und bestand im Wesentlichen aus der Renovation der Kirchenbänke, der Erneuerung des Bodenbelags und der Schaffung eines einheitlichen, neuen Ensembles aus Altar, Ambo, Taufstein und Chorwand.
Die Chorwand ist bis heute geprägt durch 595 bunte achteckige Fenster und 105 rechteckige Fensterelemente, die Hans Baumhauer (Freiburg) mit Darstellungen von Engeln, Patriarchen, Propheten und Heiligen gestaltete. Die 1953 von Bildhauer Oskar Steidle geschaffene Plastik in der Mitte der Chorwand (Schlüsselübergabe an Petrus) ist seit dem jüngsten Umbau durch eine vorgelagerte Wand verdeckt. Das neue Seitenschiff erhielt einen elfteiligen Bilderzyklus, der das Leben Mariens thematisiert (Hans Breinlinger, Konstanz).
Maßgeblicher Künstler bei der Neugestaltung 1999 war der Reichenauer Michael Münzer. Sein Ensemble aus Ambo, Altar, Taufstein und der neugestalteten Chorwand trugen maßgeblich zur verbesserten Harmonie zwischen klassizistischem Langhaus und modernem Chorraum bei.
Bis heute befinden sich trotz zahlreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten noch zahlreiche Bauelemente und Gegenstände aus der Zeit vor dem Kirchenneubau von 1779 in der Kirche, darunter die Fugger-Glocke aus dem Jahr 1565. Daneben sind Silberschmiedearbeiten (Kelche, Mässkännchen und ein Wetterkreuz), Messgewänder und die beiden im Mittelschiff befindlichen Figuren des Petrus und Paulus aus der Zeit des Barocks erhalten. Der imposante baldachinartigen Vorbau mit den Figuren der Kirchenpatrone Petrus und Paulus an der Westfassade entstand in den 1920er Jahren.

Die 1910 von der Firma Schwarz errichtete Orgel erfuhr in 1961 eine Erweiterung. 2019 wurde eine umfangreiche Orgelrenovation erfolgreich in Angriff genommen.
Aufgrund der Corona-Ausnahmesituation ab Frühjahr 2020 musste die feierliche Orgelweihe, zunächst geplant für Juli 2020, leider auf November verschoben werden.
An Allerheiligen war es endlich so weit: die neu restaurierte Thomas-Orgel in St. Peter und Paul konnte in einem feierlichen Gottesdienst schließlich geweiht werden. Der Leiter des Referats Liturgie und Sakramente der Erzdiözese Freiburg, Herr Bernd Gehrke nahm die Weihe vor.
Im Rahmen zweier Kurzkonzerte am Nachmittag sowie im musikalischen Abendlob gab Kirchenmusikdirektor Georg Koch eine Einstimmung in die neuen Orgelklänge.
Der Singener Fotograf Hans Noll hat den Orgelaufbau in einzigarten Fotoaufnahmen festgehalten. Einige der wunderschönen Bilder werden in einer fünfteiligen Bilderserie vorgestellt. Außerdem wird der Erwerb des Kalenders „Orgel-Kompositionen 2021“ empfohlen, dessen Erlös der neuen Orgel, und der Mission als Corona-Nothilfe zugutekommt. Den Flyer „Die neue Orgel“ gibt es gratis dazu.
Hier sind die schönsten Aufnahmen zusammengestellt und mit erläuternden, informativen Texten ergänzt.
Der Orgelkalender 2021 liegt auch in der Kirche St. Peter und Paul beim Schriftenstand aus und kann gegen eine Spende mitgenommen werden! Der Reinerlös ist sowohl für die neue Orgel bestimmt, als auch für die Partnergemeinde Vitarte (Peru) zur Unterstützung von Menschen, die durch Corona in Not geraten sind.
Der Orgelkalender 2021 liegt auch in der Kirche St. Peter und Paul beim Schriftenstand aus und kann gegen eine Spende mitgenommen werden! Der Reinerlös ist sowohl für die neue Orgel bestimmt, als auch für die Partnergemeinde Vitarte (Peru) zur Unterstützung von Menschen, die durch Corona in Not geraten sind.
Mit einer Spende für den Kalender tun Sie 2-fach Gutes:
Zum einen ein gutes Werk! Zum anderen können Sie sich selbst über die schönen Bilder und Impressionen freuen.
Zum einen ein gutes Werk! Zum anderen können Sie sich selbst über die schönen Bilder und Impressionen freuen.




