In den letzten Wochen gibt es für mich jeden Tag Momente, die mich richtig zum Staunen bringen: Mein kleiner Sohn hat laufen gelernt und entdeckt die Welt um sich herum. Es ist einfach wunderschön, ihm zuzusehen, wie er alles mit so viel Neugier begreift – jedes Lächeln, jedes neue Abenteuer fühlt sich wie ein kleines Wunder an.
Aber ganz ehrlich, manchmal fällt es mir echt schwer, diese Freude richtig zuzulassen. Wenn ich die Nachrichten schaue und an all die Krisen und Konflikte auf der Welt denke, kommt da dieses Gefühl auf – so ein leichtes Schuldgefühl. Wie kann ich mich freuen, wenn alles um mich herum so schwierig und unsicher ist? Das fühlt sich irgendwie egoistisch an.
Geistliches Wort
Vielleicht muss ich lernen gar nicht so streng mit mir selbst zu sein. Wahrscheinlich ist gerade diese Freude auch eine Art, dem ganzen Wahnsinn da draußen die Stirn zu bieten. Sonst würde ich die täglichen Nachrichten nicht lange ertragen können.
Vielleicht hilft es uns, zu sehen, dass es auch in schweren Zeiten immer noch Dinge gibt, die uns Hoffnung machen. Und dass es völlig okay ist, die schönen Momente zu genießen – ohne sich dafür schlecht zu fühlen.
Schuldgefühle bringen uns nicht weiter. Sie machen es nur schwerer, das Gute zu sehen und zu schätzen. Also versuche ich, mich daran zu erinnern, dass das Leben immer noch schön ist – auch inmitten von all dem Schmerz und der Unsicherheit. Der Frühling, die ersten Schritte meines Sohnes, all diese kleinen Wunder zeigen mir, dass es immer wieder Hoffnung gibt – und dass es okay ist, auch mal einfach zu staunen.“
Luisa Lämmlein




