Sieben Schläfer

Am 27. Juni ist der Siebenschläfertag. Mit dem Siebenschläfertag verbindet die bäuerliche Kultur auch eine Wetterregel, welche besagt: „Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.“ Wenn es also ein strahlender heller Tag voller Sonnenschein ist, dann wird der Sommer so bleiben.

Ursprünglich ist der Siebenschläfertag aber ein katholischer Gedenktag für die Sieben Schläfer von Ephesus. Die Legende erzählt:
Während der Zeit der Christenverfolgung verlangte der römische Kaiser Decius von seinen Untertanen, dass sie den römischen Göttern opfern sollten. Viele Christen weigerten sich und starben den Märtyrertod. Vor diesem Tod flohen auch sieben junge Christen, sie versteckten sich in einer Höhle bei Ephesus. Dort wurden sie von ihren Verfolgern eingemauert. Sie fielen in einen tiefen Schlaf, der nicht nur Stunden oder Tage dauert. Sondern fast zwei Jahrhunderte. Die Höhle wird zufällig wieder geöffnet.
Die sieben Jünglinge erwachen und schicken einen, um Brot zu kaufen. Er bemerkt, dass die Welt sich verändert hat. Überall sind nun Kreuze sichtbar, es gibt christliche Menschen und neue Gebäude. Die alten Münzen, mit denen er beim Bäcker bezahlen will, verraten das Wunder. Der Bischof wird benachrichtigt und er entdeckt die Männer in der Höhle. Sie bezeugen, dass sie Jahrhunderte geschlafen haben und den Glauben an die Auferstehung der Toten.
 
Was kann uns diese Legende heute noch sagen? Ich denke hier an den Schlaf. Wir Menschen müssen alle schlafen, um uns vom Leben zu erholen. Unser Körper ist darauf programmiert, dass wir in die Erholungsphase allabendlich sinken, um am Morgen mit frischen Kräften den Tag zu bestehen. Im Schlaf selbst, geschieht nichts. Wir sind still und ruhen. Und dennoch vollzieht sich ein kleines Wunder, unsere Zellen reparieren sich und wir verarbeiten im Traum unsere Erlebnisse. So kann der Schlaf auch ein Bild sein für Gottes Wirken im Verborgenen. Es gibt Zeiten, in denen sich nichts geschieht, in denen alles stillsteht. Doch gerade dann kann im Verborgenen etwas Heilsames wachsen. Was wie Stillstand wirkt, ist oft ein Raum der Vorbereitung. Aus solchen Phasen erwachen wir nicht selten verwandelt, gestärkt und bereit für neue Schritte ins Leben.
 
Nun wünsche Ich Ihnen einen guten Schlaf und ein gutes erholtes, verwandeltes Erwachen!
 
Barbara Götz