Was bedeutet es an Gott zu glauben?

Bei Trauergesprächen frage ich die Angehörigen, ob die verstorbene Person an Gott geglaubt hat. Meist bekomme ich zu Antwort: „So oft ist die/der Verstorben nicht in die Kirche gegangen“ oder „der regelmäßige Gottesdienstbesuch war Ihr/ihm wichtig“. Darauf antworte ich: „Ich habe nicht nach der Häufigkeit des Gottesdienstbesuchs gefragt, sondern ob der Mensch an Gott geglaubt habe.

Der sonntägliche Gottesdienst ist der Höhepunkt des Glaubens. Aber als erstes muss ich den Glauben im Alltag leben. Wenn ich unter der Woche nicht mit Gott in Verbindung bin, dann bringt mir die Eucharistiefeier gar nicht mal so viel. Im Alltag, bei der Arbeit, in der Schule oder Studium, in der Freizeit muss der Glaube gelebt werden.
Das bedeutet unter anderem, dass ich unter der Woche - egal was ich tu mit Gott in Kontakt bin. Der Glaube an unseren Dreifaltigen Gott bestimmt mein Handeln und prägt meine Begegnungen mit den Mitmenschen.
So wird die Eucharistiefeier zum Höhepunkt des Glaubens, wenn ich Christus in mir aufnehmen darf, mit dem ich die ganze Woche in Kontakt und verbunden bin. Der mir in meinen Mitmenschen begegnet ist und an dem sich mein Tun und Handeln orientiert hat. Ihn dann selber in sich aufzunehmen wird für mich zum Großereignis der Woche.
Eine Christin und ein Christ können nicht alleine nur für sich ohne Gemeinschaft glauben, das wäre so wie wenn man mit einem leeren Tank Auto fährt.
 
Klaus Käfer