Geistliches Wort

Ein Dauerbrenner in der deutschen Fernsehunterhaltung ist die Sendung „Wer wird Millionär?“, die schon seit gefühlten Jahrzehnten im Fernsehen läuft. Und wer von uns hätte sich nicht auch schon gewünscht, dort mit einem Millionengewinn oder vielleicht einigen zehntausend Euro nach Hause zu gehen. Eine der Glücklichen, die vor Jahren eine halbe Million Euro gewann, war die Schriftstellerin Meike Winnemuth.

Und sie kaufte sich nicht gleich ein teures Auto oder ein Haus, sie schrieb auf kleine gelbe Notizzettel folgendes: Sydney, Buenos Aires, Mumbai, Shanghai, Honolulu, San Francisco, London, Kopenhagen, Barcelona, Tel Aviv, Addis Abeba und Havanna. 12 Städte in 12 Ländern, die sie innerhalb eines Jahres besuchen möchte. 
In ihrem Buch „Das große Los“ schildert Meike Winnemuth, was sie in diesem außergewöhnlichen Jahr erlebt hat. Und so ist dieses Buch nicht in erster Linie ein spannender Reiseführer, sondern ein großes Experiment des Lebens. Es geht darum wie schwer es ist, mit der ungewohnten Freiheit umzugehen, aber auch darum, was alles möglich ist, wenn man es sich zutraut. Jeden Monat muss sich die Autorin in einer neuen Stadt zurechtfinden, jedes neue Land ist eine Herausforderung. Am Roten Meer lernt sie Tauchen, in Hawaii Ukulele spielen und in Addis Abeba nimmt sie an einem 10 km Straßenlauf teil. Sie begegnet nicht nur vielen neuen Kulturen, Menschen und Religionen, sie begegnet in diesem Jahr vor allem sich selbst. Und sie stellt fest, die 500 000 Euro hätte sie dafür gar nicht gebraucht, denn sie hat gelernt einfacher zu leben. Und noch eins hat sie auf ihrer Reise erfahren: man kann das Glück überall finden, aber man muss es auch sehen und manchmal danach greifen.

Ich wünsche Ihnen eine Sommer- und Ferienzeit, in der sie, egal ob auf einer Reise oder zu Hause, Spuren des Glücks finden. Vielleicht bei einem Abend mit Freunden auf der Terrasse, wenn die Hitze des Tages nachlässt oder bei einem kühlen Getränk nach einer anstrengenden Wanderung auf eine Alm. 
Genießen sie die Zeit und seien Sie glücklich…vielleicht gelingt 
es nicht immer, aber immer öfter!
 
Ihre
Susanne Ploberger, Leitende Referentin